Jesus Christus
Der Messias – gekommen, verworfen, erkannt
Gott selbst wurde Mensch, um inmitten seines Volkes zu leben! Kann es größeren Segen für ein irdisches Volk geben? Der Messias kam als Mensch auf die Erde, „um denen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, um unsere Füße auf den Weg des Friedens zu richten“ (Lk 1,78-79). Der Segen für das Volk hängt untrennbar mit dem Messias zusammen. Deshalb wollen wir in diesem Artikel Ihn inmitten seines Volkes genauer betrachten.
Der verheißene König und Messias
Das Alte Testament spricht an vielen Stellen über das Kommen des Messias, des Gesalbten Gottes. Sowohl der Zeitpunkt seines Erscheinens, sein Vorläufer, seine Abstammung als auch der Ort und die Besonderheit seiner Geburt waren vorhergesagt (Zeitpunkt: Dan 9,25; Vorläufer: Mal 3,1; Abstammung: Jes 11,1; Jer 23,5; Ort: Micha 5,1; Jungfrauengeburt: Jes 7,14). Selbst seine Ablehnung wurde prophezeit. Daniel schreibt, dass „der Messias weggetan werden und nichts haben wird“ (Dan 9,25).
Es war also verständlich, dass das Volk den Messias erwartete. Doch sie stellten sich vor, dass Er als König auftreten und sie von der Herrschaft der Römer befreien würde (Lk 24,21). Aber der Messias kam ganz anders. Er wurde in Betlehem in eine arme Familie hineingeboren und wuchs zunächst verborgen auf. Als Kind war Er seinen Eltern gehorsam und arbeitete später als Zimmermann. Von äußerem Glanz und Herrlichkeit war nichts zu sehen. Doch Er war der verheißene König. Nur einige wenige erkannten Ihn. Simeon sagte: „Meine Augen haben dein Heil gesehen, das du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker: ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel“ (Lk 2,31-33). Und die Prophetin Anna „redete von ihm zu allen, die auf Erlösung warteten in Jerusalem“ (Lk 2,38).
Jesus Christus wusste, was Ihn hier erwarten würde – dennoch kam Er, auch zur Rettung seines irdischen Volkes!
Gekommen und abgelehnt
Johannes schreibt: „Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an“ (Joh 1,11). Von Anfang an stieß er auf Ablehnung, besonders von Seiten der Führerschaft. Die Hohenpriester und Schriftgelehrten wussten genau, wo der Messias geboren werden sollte, aber anstatt sich zu freuen, war auch Herodes „bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm“ (Mt 2,3.5). Maria und Joseph mussten mit dem Kind nach Ägypten fliehen, um es zu schützen.
Der Leidensweg des Herrn Jesus begann schon, als Er noch ein Baby war, und er endete, als Er als junger Mann in der vollen Kraft des Lebens stand. Obwohl Er um die Ablehnung von Seiten seines Volkes wusste, war Er bereit, in seine Schöpfung einzutreten und inmitten seines Volkes zu leben.
Mit etwa 30 Jahren begann Jesus öffentlich zu wirken. Jesaja hatte schon angekündigt, wo und wie Er wirken würde (vgl. Jes 8,23-9,1; 35,5-6; 42,2.3). Das Volk hatte so viele Hinweise auf sein Kommen und Wirken erhalten, dass sie Ihn hätten erkennen müssen. Seine Taten und die erfüllten Prophezeiungen zeigten eindeutig, dass Jesus der verheißene Erlöser war. Doch das Volk als Ganzes lehnte Ihn ab.
Hinausgeworfen und getötet
Als der Herr Jesus den Hohenpriestern und Pharisäern im Gleichnis von den Weingärtnern ihre Haltung aufzeigte, wussten sie genau, dass Er von ihnen sprach (Mt 21,45). Sie erkannten, dass er der „Erbe“ war, sagten aber: „Kommt, lasst uns ihn töten, dann gehört das Erbe uns.“ Sie wollten den Segen – aber ohne Ihn. Sie sagten: „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrscht“ (Lk 19,14). Schließlich „nahmen sie ihn, warfen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn“ (Mt 21,39). Sie wollten das gesegnete Volk sein, aber den Geber des Segens lehnten sie ab. Wie hat das den Herrn Jesus geschmerzt!
Je mehr der Herr Jesus öffentlich auftrat, desto heftiger wurde der Widerstand. Sie schrieben seine Wunder dem Fürsten der Dämonen zu. Schließlich „beratschlagten sie miteinander, um Jesus mit List zu greifen und zu töten“ (Mt 26,4). Als der Herr Jesus sich kurz vor seinem Tod Jerusalem näherte, weinte Er über Jerusalem und sprach: „Wenn du doch erkannt hättest – und wenigstens an diesem deinem Tag –, was zu deinem Frieden dient!“ (Lk 19,42). Doch anstatt Ihn als König anzuerkennen, wiegelten die Hohenpriester die Menge auf, um Ihn kreuzigen zu lassen. Sie bevorzugten Barabbas, einen Verbrecher, an seiner Stelle. So haben sie Ihn „durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet“ (Apg 2,23).
Ein letzter Appell
So warf das gesegnete Volk Israel seinen Messias hinaus. War damit nicht alles aus? Konnte es noch Gnade geben für dieses Volk?
Ja, tatsächlich ließ Gott bereits kurze Zeit nach der Himmelfahrt des Herrn Jesus einen weiteren letzten Appell an sein Volk richten. Welch eine Geduld und Gnade!
Die Tür der Gnade stand für die Juden weiterhin offen. Aber sie konnten nur durch Buße hindurchgehen. Gott hörte noch nicht auf zu reden, um das Herz des Volkes zur Buße zu führen. Petrus wandte sich in einer „jüdischen“ Predigt an seine Brüder und verkündigte ihnen eine Botschaft der Gnade: „Und jetzt, Brüder, ich weiß, dass ihr in Unwissenheit gehandelt habt … So tut nun Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom Angesicht des Herrn und er den euch zuvor bestimmten Christus Jesus sende“ (Apg 3,18-21). Hätte das Volk als Ganzes diesem letzten Appell gehorcht und hätten sie Buße getan, so hätten für sie „Zeiten der Erquickung“ kommen können und Christus wäre wiedergekommen.
Erkannt und ersehnt
Das Volk hat auch diesen Appell ohne eine Reaktion verstreichen lassen. Israel wurde deswegen für eine Zeit von Gott beiseitegestellt, aber Er wird sich seinem Volk wieder zuwenden (vgl. Hos 1,9; 2,25).
Wenn Gott durch schwere Wege einen kleinen Teil des Volkes Israel dahin gebracht haben wird, vor Ihm Buße zu tun, dann wird Er die Sünden des Volkes vergeben (Micha 7,18.19). Noch verharren sie als Volk im Unglauben, nur ein kleiner „Überrest nach Auswahl der Gnade“ (Röm 11,5) fand und findet jetzt zu Christus als Retter. Doch ein zukünftiger gläubiger jüdischer Überrest wird einmal erkennen, dass Jesus der Messias ist, den sie abgelehnt haben.
Im 53. Kapitel des Propheten Jesaja lesen wir die Worte dieses gläubigen Überrests: „Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt; doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen“ (Jes 53,5). Gott wird „über das Haus David und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen; und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen gleich der Wehklage über den einzigen Sohn und bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen Leid trägt“ (Sach 12,10).
Israel – ein gesegnetes Volk und ein Volk zum Segen
Israel hat allen Segen verwirkt, weil es seinen Messias ablehnte und tötete. Und doch wird Gott mit diesem Volk zum Ziel kommen und wird mit ihm einen neuen Bund schließen (Jer 31,31). Er wird ihr Gott und sie werden sein Volk sein.
Dann wird sich auch die erste Aussage Jesajas über Christus aus dem folgenden Vers erfüllen: „Es ist zu gering, dass du mein Knecht seist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten von Israel zurückzubringen. Ich habe dich auch zum Licht der Nationen gesetzt, um meine Rettung zu sein bis an das Ende der Erde“ (Jes 49,6).
Kommentare
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Herzlichen Dank für diese Ermunterung. Möge dieser Herr und Meister, der Messias Israels, mehr unser leben bestimmen. Gottes Segen!
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Herzlichen Dank für diesen ermutigenden Kommentar. Wir wünschen auch Dir Gottes reichen Segen!