Bibel praktisch
Mit Herzensentschluß bei dem Herrn verharren

Vor uns liegt ein neues Jahr, ein Jahr mit uns unbekannten Herausforderungen. Die meisten von uns werden sich Ziele gesetzt haben, die erreicht werden sollen. Vielleicht haben wir auch gute Vorsätze gefasst, die wir gern in die Tat umsetzen möchten. Ein Jahreswechsel ist immer ein willkommener Anlass, sich neu zu positionieren und auszurichten.
Dabei wollen wir unser geistliches Leben nicht ausklammern. Auch hier ist es immer wieder – und nicht nur zum Jahreswechsel – notwendig, eine Standortbestimmung vorzunehmen und vielleicht Dinge zu ändern, die uns „ein wenig aus dem Ruder gelaufen“ sind. Wie ist meine Beziehung zu meinem Herrn? Lebe ich wirklich aus der Gemeinschaft mit Ihm heraus? Was bedeutet mir Gottes Wort? Welchen Stel- lenwert hat das Gebet für mich? Wie ist mein Verhältnis zu meinen Glaubensgeschwistern? Stehe ich meinem Herrn für kleinere und größere Aufgaben gern zur Verfügung? Das sind Fragen, denen wir nicht ausweichen wollen.
Der Herr möchte, dass wir Ihn von Herzen lieben, dass wir Ihm nachfolgen und Ihm zur Verfügung stehen. Er erwartet aber auch von uns, dass wir klare Entscheidungen für Ihn treffen. Er zwingt niemanden, sondern Er wartet darauf, dass wir uns aus Liebe zu Ihm entscheiden. Diese beiden Seiten werden sehr deutlich, wenn wir in Apostelgeschichte 11,23 von der Aufforderung eines gläubigen Mannes namens Barnabas lesen, der seine Glaubensgeschwister aufforderte, „mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren“.
Als Kinder Gottes sind wir Gegenstände der Gnade Gottes geworden. Er hat uns errettet aus der Gewalt der Finsternis und in sein wunderbares Licht gebracht (Kolosser 1,13; 1. Petrus 2,9). Und doch ist es nötig, dass wir immer wieder darauf hingewiesen werden, auch tatsächlich in praktischer Gemeinschaft mit dem Herrn zu leben, das heißt bei Ihm zu verharren. Die Zeit, in der wir leben, bietet uns viele Möglichkeiten der Zerstreuung und des Zeitvertreibs. Deshalb ist die Aufforderung des Barnabas damals auch für uns heute sehr aktuell und zeitgemäß. Sie spricht direkt in unser Leben hinein. Die Anforderungen in dieser Welt werden größer. Berufsausbildung und Berufsausübung stellen hohe Ansprüche an uns. Diesen Anforderungen wollen wir uns als junge Christen gerne stellen und doch dabei nicht die wichtigste Frage aus den Augen verlieren: Wie stehen unsere Herzen zu unserem Herrn? Gerade für jüngere Christen besteht die Gefahr, den Herrn als den alleinigen Gegenstand des Herzens aus den Augen zu verlieren und in anderen Dingen die Erfüllung unseres Lebens zu suchen.
Die Aufforderung des Barnabas besteht aus vier Teilen:
- Es geht um unsere Herzen, denn der Entschluss wird im Herzen gefasst.
- Wir werden zu einer klaren Entscheidung aufgefordert, die wir treffen sollen.
- Im Zentrum unseres Herzensentschlusses steht niemand anders als der Herr.
- Die getroffene Entscheidung soll unser Leben dauerhaft prägen. Wir sollen darin verharren.
Erstens: Bei dem Herrn zu verharren ist eine Herzenssache.
Das Herz steht in der Bibel oft für die Zuneigungen. Das ist der springende Punkt. Der Herr möchte unsere Zuneigungen. „Gib mir, mein Sohn, dein Herz“, sagt der weise Salomo (Sprüche 23,26). Der Herr wartet nicht zuerst auf unseren Dienst, auf unsere Zeit, auf unsere Kraft, auf unser Geld – obwohl wir Ihm auch diese Dinge zur Verfügung stellen sollen. Nein, es geht Ihm zuerst um unsere Zuneigungen, um unsere Liebe. Das zentrale Motiv zu allem Tun und Lassen in unserem Leben darf die Liebe zu Ihm sein. In der örtlichen Versammlung (Gemeinde) in Ephesus gab es viel Positives, aber es fehlte das Entscheidende – die Liebe. Ein großer Teil der Gläubigen in Ephesus hatte die erste – d.h. die beste – Liebe verlassen (vgl. Offenbarung 2, 4). Der Herr hatte nicht mehr den einzigen Platz in ihren Zuneigungen, und das musste Er ihnen vorwerfen. Wollen wir daraus für uns lernen, Ihn wirklich von Herzen zu lieben und Ihm den Platz zu geben, der Ihm zusteht? Er hat alles für uns gegeben. Er ist am Kreuz von Golgatha für uns gestorben. Hat Er deshalb nicht ein Recht, dass wir Ihm eine Antwort auf seine Liebe geben?
Zweitens: Bei dem Herrn zu verharren fordert eine Entscheidung
Jeden Tag in unserem Leben treffen wir Entscheidungen. Wichtige und weniger wichtige! Bewusste und eher unbewusste! Aber wie steht es mit dieser Entscheidung, mit dem Herrn zu leben? Wer einmal die Entscheidung getroffen hat, den Herrn Jesus als Heiland anzunehmen, der darf auch diese Entscheidung immer wieder neu treffen, ganz mit Ihm und für Ihn zu leben. Gerade zu Beginn eines neuen Jahres dürfen wir diesen Entschluss von ganzem Herzen erneuern. Es geht nicht an, Ihm halb zu dienen und halb für diese Welt da zu sein. Der Herr möchte uns ganz, und Er möchte, dass wir uns ganz bewusst auf seine Seite stellen. Die Alternative lautet: Entweder sind wir für den Herrn da – auch in unserem täglichen Aufgabenkreis, oder wir lassen uns von der Welt und ihren Dingen in Beschlag nehmen. Ein großer Diener des Herrn forderte am Ende seines Lebens das Volk Gottes auf, diese Entscheidung zu treffen. Es war Josua, der das Volk Israel in das Land Kanaan gebracht hatte, der die Sache mit den Worten auf den Punkt bringt: „Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt ... Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen!“ (Josua 24,15). Haben wir alle diese ent- scheidende Wahl getroffen?
Drittens: Es geht um den Herrn und um Seine Ansprüche an uns.
Wie glücklich sind wir, den Herrn Jesus als unseren Heiland zu kennen, der uns Heil und Leben gebracht hat. Es ist eine Sache, Ihn so als Heiland anzunehmen, um Vergebung der Sünden zu erlangen. Es ist aber zweifellos eine andere Sache, Ihn auch im Alltag des Lebens – in der Familie, im Beruf, im Freundeskreis usw. – als Herrn anzuerkennen. Wirkliche Nachfolge steht genau damit in Verbindung. Dem Herrn zu dienen, bei Ihm zu verharren, bedeutet, seine Rechte anzuerkennen und praktisch zu berücksichtigen. Beim Herrn zu bleiben bedeutet Gehorsam seinem Wort gegenüber. Die meisten Menschen – und leider auch viele Christen – tun lieber, was ihnen selbst gefällt. Sie kümmern sich nicht um die Rechte des Herrn. Bei uns soll das anders sein. Durch Gehorsam und Abhängigkeit ehren wir Ihn. Als Saulus von Tarsus auf dem Weg nach Damaskus war, hatte er eine entscheidende Begegnung mit Jesus Christus. Die erste Frage, die er stellte, lautete: „Wer bist du, Herr?“ (Apostelgeschichte 9,5). Nachdem er begriffen hatte, mit wem er es zu tun hatte, lautete die zweite Frage: „Was soll ich tun, Herr?“ (Apostelgeschichte 22,10). Von diesem Zeitpunkt an wollte Paulus nicht mehr seinen eigenen Willen tun, sondern sich seinem Herrn zur Verfügung stellen. Auch wir dürfen in dem gerade begonnenen Jahr immer wieder diese Frage stellen: „Was soll ich tun, Herr?“
Viertens: Bei dem Herrn zu verharren ist eine dauerhafte Sache
Es ist nach den Gedanken der Bibel, dass wir nicht nur ab und zu nach dem Willen unseres Herrn fragen, sondern dass wir dauerhaft bei Ihm bleiben. Viele Kinder Gottes haben einen guten Anfang gemacht. Sie sind dem Herrn mit Begeisterung gefolgt und haben nach seinem Willen gefragt. Nach einiger Zeit dann kam der eigene Wille wieder mehr und mehr durch. Der Herr und seine Interessen traten in den Hintergrund. So sollte es nicht sein. Der Herr möchte Beständigkeit in unserem Leben. Er wünscht, dass wir beständig nach Ihm fragen, das heißt zu aller Zeit und auch in allen Lebensumständen. Wir alle kennen Situationen, in denen es relativ leicht ist, den Gedanken des Herrn zu entsprechen und sich auf seine Seite zu stellen. Wir kennen aber auch Situationen, in denen uns der Wille des Herrn unangenehm erscheint, weil wir mit Schwierigkeiten zu rechnen haben. Gerade dann aber beweist sich, wie wir wirklich zu Ihm stehen. Ein schönes Beispiel ist Daniel. Als junger Mann in einer fremden Umgebung in Babel fasst er den klaren Entschluss „sich nicht mit der Tafelkost des Königs zu verunreinigen (Daniel 1,8). Zu dieser Entscheidung gehörte eine ganze Portion Mut. Doch für Daniel gab es keine Kompromisse. Und wo hatte er diesen Entschluss gefasst? In seinem Herzen! Damit sind wir wieder beim ersten Punkt angekommen. Die Aufforderung des Barnabas geht uns alle an. Mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren ist etwas für junge Gläubige, aber auch für älter gewordene. Jeder ist angesprochen, im täglichen Leben nah bei dem Herrn zu bleiben und Ihm nachzufolgen. Durch ein solches Verhalten wird der Herr Jesus geehrt und wir selbst werden vor den Angriffen des Feindes bewahrt. David, der ein Bild auf den Herrn Jesus ist, sagte einmal zu einem seiner Nachfolger: „Bleibe bei mir, ... denn bei mir bist du wohl bewahrt“ (2. Samuel 22,23). Dieses Wort aus dem Alten Testa- ment dürfen wir uns auch am Anfang eines neuen Jahres zu eigen machen. Der Herr möchte uns bewahren, wenn wir nah bei Ihm bleiben und Ihm in Treue folgen. Es lohnt sich. Garantiert!
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